Informatik
Johanna Fuchsberger
Vorstellung
„Selbst ist die Frau“ ist ein Motto von Johanna. Denn ihrer Meinung nach sollte man keine Scheu vor Neuem haben, selbstbewusst sein und Fragen stellen.
Als Engineerin im Bereich Netzwerktechnik ist sie zuständig für Office- und Prozessnetzwerke. Dazu gehört es, neue Sachen zu entwickeln und alte zu warten, sowie das gesamte Netz aufrecht zu erhalten und Kommunikationsflüsse über IP-Adressen zu ermöglichen.
Wo ihr persönlicher Bezug zu MINT liegt, was ihr an ihrer Arbeit besonders gefällt, und was passiert, wenn doch einmal das System ausfällt, erklärt uns Johanna im Interview.
Ausbildung
–
Beruf
Netzwerktechnikerin bei
Linz AG
Hobbies
Musik, Rätsel, Reisen, Gärtnern, Computerspielen
MINT im Fokus
Was bedeutet MINT für dich?
MINT ist ein sehr wichtiger Bereich meines Lebens. Ich besuchte den wirtschaftskundlichen Zweig der AHS Körnerschule und konnte Fächern wie Kochen und Werken nie viel abgewinnen. Gut war ich in Mathematik und Chemie, weil mich das mehr interessierte. Das war mir aber nie bewusst. Ich habe mich nicht absichtlich in den MINT-Bereich begeben, sondern bin nach der Matura sozusagen reingeschlittert. Ich fing an, Sinologie und Publizistik zu studieren, schaute aber lieber den Technikern über die Schulter bei dem Internetprovider, bei dem ich als Aushilfe neben dem Studium arbeitete. So erweiterte ich meine Kompetenzen nach und nach, vom Briefe-Tippen und Telefon-Abheben zum 1st und später 2nd Level Support. Als ich dort wissenstechnisch alles abdeckte, fragte mich der Chef der Firma, ob ich lieber Sysadmin oder Netzwerktechnikerin werden will und nach etwas Einarbeitungszeit in die Netzwerktechnik fühlte ich mich in diesem Gebiet pudelwohl. Das ist inzwischen fast 20 Jahre her und ich bin immer noch dankbar dafür, dass mir keine Steine in den Weg gelegt, sondern meine Motivation gefördert wurde.
Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden?
Ich hatte keine Bedenken, sondern bin immer weiter reingerutscht in die Technik. Es war so etwas wie ein natürlicher Prozess, bei dem ich mich nie unwohl fühlte. Obwohl es durchaus vorkommt, dass ich bei Konferenzen mit 80 Männern die einzige Frau bin.
Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?
Die größte Herausforderung ist nach wie vor, mit dem Vorurteil im Kopf von manchen Menschen klarzukommen, dass Frauen nichts von Technik verstehen. Es passiert mir heute noch, als senior, dass Leute, die mich noch nicht kennen, davon ausgehen, sie sind bei der Vermittlung gelandet, weil sie eine Frau am Apparat haben.
Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?
Sowohl privat, als auch beruflich reagieren alle sehr positiv. Mein Umfeld ist eher stolz, dass ich einen respektablen Ruf in einer Männerdomäne habe und „mann“ zu mir kommt mit Problemen, wenn sonst niemand mehr weiter weiß.
Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?
Dass es nicht schlecht aufgenommen wird, wenn man Fragen stellt, seien sie auch noch so banal. Wenn man was nicht versteht, ist es besser zu fragen als das Unwissen zu überspielen und zu tun als wüsste man eh alles. Das fällt einem später mit Sicherheit auf den Kopf. Die meisten Techniker sind außerdem froh, wenn man ihnen Fragen stellt, solange es nicht immer wieder die gleichen sind.
MINT und Frauen
Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?
Damit das Vorurteil, die Gehirne von Frauen wären nicht für den MINT-Bereich geeignet, abnimmt. Das gelingt nicht durch Studien oder Forschungen, sondern von Frauen, die sich in MINT wohlfühlen und ausleben.
Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?
Lass dich nicht entmutigen von eben diesen Vorurteilen. Geh deinen Weg, steh zum eigenen Wissen und Können und stelle Fragen! Viele davon! Schäm dich nie, etwas nicht zu wissen, sondern sieh es als Chance mehr zu lernen.
Im Gespräch mit Johanna Fuchsberger
Esefa Zuna
Vorstellung
Dass ein Job in der IT-Abteilung nicht nur spannend ist, sondern auch sehr viel zur persönlichen Weiterentwicklung beiträgt, davon ist auch Esefa überzeugt. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften und nahm anschließend die Herausforderung an, im IT-Bereich zu arbeiten.
Wie es ist, von männlichen Kollegen als Frau nicht ernstgenommen zu werden und warum es dabei wichtig ist, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und von seinem eigenen Wissen überzeugt zu sein, erzählt sie uns im Interview. Außerdem erklärt sie, wie wichtig und hilfreich Excel in der Arbeit rund um IT sein kann.
Ausbildung
Wirtschaftswissenschaften
Beruf
Senior Associate IT Audit bei
Hobbies
Yoga, Backen, Reisen
MINT im Fokus
Was bedeutet MINT für dich?
Die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind die Basis für Erfindungen und wir sind meiner Meinung nach täglich von Dingen umgeben, die mit MINT in Verbindung gebracht werden können. Ich persönlich verbinde den Begriff „MINT“ mit neuen Chancen und Fortschritten.
Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden?
Ich hatte kurz Bedenken, dass ich der Herausforderung nicht gewachsen sein werde. Jedoch sah ich die Chance, mich im Informatikbereich weiterzuentwickeln und entschied mich für einen Job im IT Audit. Man kann sich verschiedene Fähigkeiten aneigenen, wenn man den Willen und das Interesse dafür hat. Ich hatte bzw. habe ein Interesse für den Informatikbereich und konnte durch meine Arbeit viel Neues dazu lernen, was auf jeden Fall zahlreiche Vorteile für meine Zukunft hat.
Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?
Ab und zu kann es vorkommen, dass junge Frauen im Informatikbereich nicht ernst genommen werden. Das ist mir selber schon passiert. In solchen Momenten darf man sich nicht verunsichern lassen.
Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?
Mein privates Umfeld hat sich in erster Linie für mich gefreut, jedoch konnte sich die Mehrheit nicht viel unter „IT Audit“ vorstellen.
Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?
Mein größter „Aha-Moment“ war, als ich das erste Mal mit Excel gearbeitet habe und ich Freude daran hatte, Formeln zu kreieren, um mir damals den Schulalltag zu erleichtern.
MINT und Frauen
Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?
Ich persönlich würde die Frage anders stellen. „Warum sollten mehr Menschen einen MINT-Beruf ergreifen?“ Meiner Meinung nach sollten sowohl Männer als auch Frauen verstärkt in MINT hineinschnuppern und herausfinden, ob die Bereiche etwas für einen sind. Die Welt ist dynamisch und entwickelt sich ständig weiter. Durch die Digitalisierung entstehen neue Chancen, welche auch genutzt werden sollten, um vielleicht auch selber einen wichtigen Beitrag zu leisten und die Welt von morgen mitzugestalten.
Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?
Grundsätzlich sollte man primär seinem Interesse nachgehen und das machen, was einem Spaß macht. Vor allem sollte man sich auch von niemandem entmutigen lassen und Klischees und Stereotypen keine Beachtung schenken.
Im Gespräch mit Esefa Zuna
Birgit Matuolis
Vorstellung
Nicht nur im Beruf, sondern auch in ihrer Freizeit beschäftigt sich Birgit mit Elektronik und Videoschnitt. Bei CELUM startete sie als Entwicklerin, wechselte anschließend innerhalb der Firma und ist nun Technical Writer. Dabei entwickelt sie unter anderem interaktive Tools und Tutorials und verfasst Texte und technische Dokumentationen auf Deutsch und Englisch.
Was ihr an MINT besonders gut gefällt, welche Themen auf ihrem persönlichen Blog zu finden sind und was das ganze mit Landwirtschaft und Urban Gardening zu tun hat, erzählt sie uns im Interview.
Ausbildung / Beruf
Medientechnik und Design
FH OÖ, Campus Hagenberg
Kommunikation und Media Studies
FH Burgenland
Beruf
Technical Writer bei Celum
Hobbies
Gärtnern (Obst- und Gemüsebau), Bogensport, D&D, Film & TV, Lesen, Bloggen
MINT im Fokus
Was bedeutet MINT für dich?
Hauptsächlich ein Modewort. Auf Englisch wird es „STEM“ genannt (Science, Technology, Engineering, Mathematics). Für mich ist es jedenfalls keine Lebensphilosophie, sondern einfach ein interessanter Bereich, der für viele verschiedene Berufe und Fachrichtungen Möglichkeiten bietet.
Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden?
Ich hatte anfangs Bedenken, da meine natürlichen Stärken eher im sprachlichen Bereich liegen. Ich versuchte deshalb zunächst, eine wirtschaftliche Richtung einzuschlagen (wo ich meine Fähigkeiten in diversen Fremdsprachen besser einsetzen könnte), habe aber bald gemerkt, dass ich bei der Technik doch besser aufgehoben bin.
Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?
Mathematik ist nicht meine Stärke. Auch fehlt mir manchmal die analytische/ abstrakte Denkweise, die für viele Technikberufe nötig zu sein scheint. Aber es gibt zum Glück immer Kollegen, die helfen können und wollen.
Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?
Mein Vater war enttäuscht, dass ich das Wirtschaftsstudium, das ich begonnen hatte, nach zwei Semestern an den Nagel hängte. Aber besonders viel Backlash habe ich zum Glück nicht erfahren und er hat es recht schnell akzeptiert. Sonst wurde die Entscheidung akzeptiert und unterstützt.
Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?
Dass es im MINT-Bereich für alle Talente einen Platz gibt und man kein „Hardcore-Nerd“ sein muss. Während die komplette Technik-Ecke (Programmieren) im Endeffekt doch nichts für mich war, musste ich dem MINT-Bereich trotzdem nicht den Rücken kehren, um auch mein Talent für Fremdsprachen einzusetzen. Als Technical Writer braucht man beides.
MINT und Frauen
Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?
Um das Klischee des nicht mit Social Skills gesegneten Technikers zu bekämpfen und frischen Wind in eine Männerdomäne zu bringen.
Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?
Mädchen und Frauen sollten ihren eigenen Weg finden und sich nicht durch veraltete Klischees davon abhalten lassen, einen technischen oder naturwissenschaftlichen Karriereweg einzuschlagen. Auf der anderen Seite sollten sie sich aber auch nicht zu solch einem Weg zwingen lassen, wenn ihre Interessen woanders liegen (das gilt natürlich auch für Jungs). Macht einfach, was ihr machen möchtet – und selbst durch ein Studium ist euer Lebenslauf nicht in Stein gemeißelt. Wenn’s nach ein paar Jahren (oder gar Jahrzehnten) in eine andere Richtung geht, ist das auch okay.
Im Gespräch mit Birgit Matuolis
Nina Danninger
Vorstellung
Wie Nina in den MINT Bereich gekommen ist und was sie jungen Frauen mitgeben möchte, hat sie uns im schriftlichen Interview verraten. Im Video-Podcast gibt sie demnächst weitere Einblicke in ihren Werdegang und in ihren Alltag im MINT Bereich.
Ausbildung
–
Beruf
Product Manager bei Celum
Hobbies
Fotografieren, Reisen, Kochen
MINT im Fokus
Was bedeutet MINT für dich?
Ich bin von klein auf mit einem PC aufgewachsen und fand den IT-Bereich schon immer spannend. Deshalb habe ich mich auch bereits bei meiner Schulbildung für eine BHS mit Mediendesign und Informatik-Schwerpunkt entschieden. Der Informatik-Unterricht dort war der perfekte Einstieg für meinen weiteren Werdegang.
Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden?
Ich komme aus einer Techniker-Familie und eigentlich war es mir immer klar, dass ich einmal eine technische Richtung einschlagen werde. Meine Familie hat mich auch immer dahingehend gefördert, somit sind da nie Zweifel aufgekommen.
Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?
Ich glaube,s das man als junge blonde Frau häufig unterschätzt wird. Man muss sich den Respekt und das Standing oftmals erst verdienen, welches meine männlichen Arbeitskollegen vorab erhalten, nur weil sie dem typischen Rollenbild entsprechen.
Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?
Wie bereits erwähnt, ist der Großteil meines Umfeldes selbst im MINT-Bereich tätig. Deswegen fast außschließlich positiv. Manchmal ist es etwas schwierig mit Freundinnen, die nicht im MINT-Bereich tätig sind, über das Daily Business im Beruf zu sprechen, aber ansonsten hatte ich hier keine Schwierigkeiten.
Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?
Ich war erstaunt darüber, wie schnell sich Dinge im Informatik-Bereich ändern und wie wichtig es ist immer am Ball bzw. am neuesten Stand zu bleiben. Das hat für mich den Bereich massiv aufgewertet, da mir Weiterbildung sowieso Spaß macht und ich immer offen für Neues bin.
MINT und Frauen
Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?
Ich denke der Bereich Informatik ist spannend und stetig am Wachsen. Hier findet man ein sicheres Berufsumfeld mit Potenzial für die Zukunft.
Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?
Denkt nicht zu viel darüber nach, wie andere auf eure Entscheidungen reagieren, macht einfach euer Ding.
Im Gespräch mit Nina Danninger
Magdalena Breitenauer
Vorstellung
MINT gehört zu unserem Alltag und bedeutet Innovation und die Möglichkeit, die technologische Zukunft mitgestalten zu können. Dass die digitale Welt nicht nur auf den Vorstellungen von einem Geschlecht entwickelt werden darf, sondern vielfältige Perspektiven benötigt, ist für Magdalena selbstverständlich.
Im Interview sprechen wir mit ihr über die Faszination der digitalen Welt, die im Grunde nur auf 0 und 1 basiert, die Relevanz von Teamwork in der Softwareentwicklung und darüber, wie „sozial“ die Informatik eigentlich ist.
Ausbildung
Software Engineering
FH OÖ, Campus Hagenberg
Software Engineering and Internet Computing
Technische Universität Wien
Beruf
Softwareentwicklerin bei Fronius International
Hobbies
Wandern, Fitness, Backen, Politik
MINT im Fokus
Was bedeutet MINT für dich?
Die Möglichkeit haben, die technologische Zukunft mitzugestalten.
Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden?
Ich war mir nicht ganz sicher, ob der Informatik-Bereich wirklich das Richtige für mich ist und ob es nicht zu technisch für mich ist.
Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?
Eine Mischung aus geringem Selbstvertrauen, Perfektionismus und Prokrastination hat es mir in der Vergangenheit manchmal schwer gemacht. Womit ich heute noch manchmal zu kämpfen habe, ist der innere Druck, mich und mein Können beweisen zu müssen. Das kann auf strukturellen Sexismus zurückgeführt werden. Wenn man von der Norm abweicht, wird man schnell nicht mehr als Individuum gesehen, sondern als Repräsentant*in der abweichenden Gruppe. Das kann sich durchaus auch auf das eigene Handeln auswirken.
Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?
Sehr gut! Meine Familie hat mich bei der Entscheidung sehr unterstützt und überhaupt erst dazu motiviert. Anderen aus meinem Umfeld habe ich es zum großen Teil eher erst erzählt, nachdem ich mich bereits für das Studium angemeldet hatte, da ich Angst hatte, von negativen Reaktionen beeinflusst zu werden. Die meisten haben dann aber wirklich sehr toll reagiert und waren beeindruckt von meiner Entscheidung, viele empfanden die Entscheidung als mutig.
Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?
Sozialkompetenzen können auch im MINT-Bereich von großer Bedeutung sein. Ich arbeite in einem Entwicklungsteam mit acht anderen (männlichen) Entwicklern zusammen. Die tägliche Zusammenarbeit ist bei uns entscheidend. Teamfähigkeit ist also eine wichtige Voraussetzung für den Job, was mir früher nicht so bewusst war. Informatiker*innen sitzen eben doch nicht alle alleine in dunklen Kammern.
MINT und Frauen
Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?
Damit die Gestaltung der Zukunft nicht in der Hand von überwiegend Männern liegt. Jede*r soll sich für den Beruf entscheiden können, den sie*er mag. Ich erlebe aber immer wieder, dass sich Frauen oft weniger zutrauen als Männer und daran sollte es nicht scheitern.
Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?
Wenn du darüber nachdenkst, könnte es einen Versuch wert sein. Man kann sich ja immer noch umentscheiden, wenn es einem nach einem Jahr dann doch nicht gefällt. Also: Einfach ausprobieren!
Im Gespräch mit Magdalena Breitenauer
Melanie Boudar
Vorstellung
Durch die enge Zusammenarbeit mit ihren Kolleg*innen ist für Melanie als Teamleiterin im Bereich Kollaboration und Produktmanagement die IT nicht nur ein technischer, sondern auch ein sehr sozialer Beruf. Um ihren Kolleg*innen den Arbeitsalltag zu erleichtern, entwickelt sie mit ihrem Team unter anderem Tools und Anwendungen zur Vereinfachung von Abläufen und Prozessen im Unternehmen.
Im Interview erzählt sie zudem, dass es nicht zwingend ein Informatikstudium braucht, um in der IT-Welt Fuß zu fassen. Bereits im Wirtschaftsstudium lag ihr Interesse vorwiegend in den Bereichen E-Learning und Digitalisierung, wodurch sie auch ihren Weg in die IT gefunden hat.
Ausbildung
Wirtschaftswissenschaften
Johannes Kepler Universität
Beruf
Team Lead Collaboration & Project Management (Corporate IT) bei Wacker Neuson Group
Hobbies
Kochen & Kulinarik
MINT im Fokus
Was bedeutet MINT für dich?
MINT ist ein Begriff, der sich aus den Bezeichnungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft & Technik zusammensetzt und dem dadurch eine große wirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung am Industriestandort Oberösterreich zukommt. Zusätzlich steht MINT für eine wichtige Initiative: Insbesondere Frauen die diversen Aktivitätsfelder in MINT-Berufen näher zu bringen und so eine transparentere Entscheidungsgrundlage für die Studien- und Berufswahl zu schaffen.
Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden?
Ich hatte gar keine Bedenken, mich für eine MINT-Richtung zu entscheiden. Ich habe mich in meiner Berufswahl nicht von der Zugehörigkeit zu einem wirtschaftlichen/ wissenschaftlichen Bereich einschränken lassen. Bei der Jobwahl habe ich mich auf die Aufgabenbeschreibungen in den Jobprofilen fokussiert und abgewägt, ob diese meinen Interessen entsprechen – völlig unabhängig von der Branche.
Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?
Als besonders herausfordernd empfand ich meine Zeit als Arbeitsuchende/ Berufsanfängerin direkt nach dem Studienabschluss. Erst Jahre später konnte ich reflektieren, dass die beiden Dimensionen „Geschlecht“ und „Alter“ (vor allem in Kombination) viel entscheidendere Faktoren der Wettbewerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt darstellen als persönliche Fähigkeiten, Qualifikationen und Interesse.
Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?
Ich bin dankbar, dass ich in meinem privaten Umfeld von Menschen umgeben bin, die sich mit mir und für mich freuen, einen Beruf ausüben zu können, der meinen Interessen entspricht, der mir Spaß macht, in dem ich meine Stärken einbringen und einen Beitrag leisten kann.
Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?
Meine größten Aha-Momente waren, als ich gemerkt habe, dass andere „auch nur mit Wasser kochen“, man gemeinsam bessere Lösungen findet und dass Zusammenarbeit nur funktioniert, wenn man bereit ist, Vertrauen zu schenken.
MINT und Frauen
Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?
Weil es prinzipiell keinen Grund dafür gibt, MINT-Berufe aufgrund der eigenen Geschlechteridentifikation kategorisch auszuschließen. Auch der MINT-Bereich bietet eine breite Vielfalt an unterschiedlichen Jobprofilen und Tätigkeitsfeldern an, die Chancen für eine erfüllte berufliche Zukunft darstellen.
Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?
Ganz nach diesem Motto wünsche ich mir mehr Selbstvertrauen und ein höheres Selbstwertgefühl für Frauen jeden Alters. Und im besten Fall ein Netzwerk, in dem man sich gegenseitig unterstützt und motiviert, durch das man Energie findet, um die Herausforderungen des Alltags annehmen zu können – und das einem neue Perspektiven eröffnet, sollte es einmal nicht gelingen.
Im Gespräch mit Melanie Boudar
Victoria Edelsbacher
Vorstellung
Victoria besuchte ein Musikgymnasium und wollte ursprünglich Volksschullehrerin werden. Aufgrund einer zeitlichen Verzögerung begann sie im Sommersemester zur Überbrückung ein Studium in Wirtschaftsinformatik, welches ihr letztendlich so gut gefiel, dass sie das Lehramt über Bord warf und im IT-Bereich blieb.
Wie es ist, im Bereich Cyber Security zu arbeiten und worauf man zum eigenen Schutz achten sollte, erklärt sie im Interview. Zudem spricht sie über die Relevanz von Diversität in MINT-Berufen und dass man mit Interesse und Begeisterung alles erlernen kann.
Ausbildung
Wirtschaftsinformatik
Johannes Kepler Universität
Beruf
Senior Associate, IT Advisory Cyber Security bei KPMG Österreich
Hobbies
Musizieren, Wandern, Handarbeiten
MINT im Fokus
Was bedeutet MINT für dich?
MINT bietet interessante Aufgabenbereiche mit vielen zukunftsfähigen Möglichkeiten.
Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden?
Dass mir Vorkenntnisse in manchen Bereichen fehlen und ich damit länger brauche, um etwas zu verstehen bzw. dass ich nicht mit Studienkollegen mithalten kann.
Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?
Zum Teil gibt es Personen in meinem Umfeld, die mir Aufgaben nicht so sehr zutrauen. Dadurch habe ich manchmal das Gefühl, mich mehr beweisen zu müssen als meine männlichen Kollegen.
Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?
Sie waren am Anfang sehr überrascht, haben mich jedoch dann in meiner Entscheidung bestärkt und unterstützt.
Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?
Am Ende meines ersten Semesters, als ich mich auch in der Freizeit gerne mit dem Programmieren beschäftigt habe, war für mich klar, dass ich einen Beruf im Informatik-Bereich anstreben möchte.
MINT und Frauen
Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?
Warum nicht? Es gibt keinen Grund, warum Frauen in einem MINT-Bereich schlechter sein sollen als Männer. Zudem ist der MINT-Bereich noch sehr Männer-dominiert und es braucht mehr Diversität.
Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?
Das Wichtigste ist, dass man Interesse und Begeisterung für einen Bereich hat, alles andere kann man lernen. Traut euch!