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Technik

Foto einer Frau, die in die Kamera lächelt

Eva Weichselbaumer

Land- und Baumaschinentechnikerin

Aufgewachsen auf einem Bauernhof, hatte Eva bereits früh Interesse an Maschinen und der Technik, die dahintersteckt. Als Baumaschinentechnikerin kann sie dieses Interesse und ihr Wissen nun laufend erweitern.

Sich stetig weiterzubilden, mit der Zeit zu gehen und immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, gefällt ihr an ihrer Arbeit im Bereich der Technik besonders gut, denn durch die vielfältige Abwechslung wird es nie langweilig.

Im Gespräch erzählt uns Eva, was sie in ihrem Beruf anspornt, warum die Männerdomäne für sie keine Rolle spielt, was ihr an ihrer Ausbildung gefällt und welche Aha-Momente in ihrer beruflichen Laufbahn sie bereits hatte.

Ausbildung

Lehre zur Land- und Baumaschinentechnikerin mit Schwerpunkt Baumaschinen

Beruf

Land- und Baumaschinentechnikerin bei
Wacker Neuson Group

Was bedeutet MINT für dich?

Würde ich das typische Mädchenclinche erfüllen, wäre MINT eine Geschmacksrichtung oder eine Nagellackfarbe. Für mich bedeutet es aber stets offen für Neues zu sein. MINT gibtmir tagtäglich die Chance meine Fähigkeiten in allen Bereichen unter Beweis zu stellen.

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Meine anfänglichen Bedenken, in einem männerdominierten Berufsfeld nicht als gleichwertiges Mitglied angesehen zu werden sind schnell verflogen. Denn glücklicherweise bin ich Teil eines Teams, in dem es keine Rolle spielt welchem Geschlecht man angehört.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?

Zu Beginn meiner Ausbildung war es sicherlich ein Thema meine Fähigkeiten unter Beweis stellen zu dürfen, denn die meisten meiner Kollegen waren sich unsicher, welche Tätigkeiten sie mir übertragen können.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Sie waren vorwiegend überrascht, da ich vor dieser Ausbildung eine typische Schiene – „Knödelakademie“ eingeschlagen hatte. Nach den ersten Bedenken, ob das denn die richtige Berufswahl sei, unterstützten sie meine Entscheidung neue Wege zu gehen.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich? 

Während meiner Lehrstellensuche wurde mir klar, dass kleine Betriebe oft nicht über die gesetzlich vorgeschriebenen Sanitärausstattungen für Frauen verfügen. Da sich der Umbau wirtschaftlich nicht rentiert, ist es schwierig bis unmöglich dort als Lehrling ausgebildet zu werden.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Es gibt keinen Grund, warum Frauen nicht ebenso erfolgreich in diesen Berufen sein können. Ergreift die Chance in einen gut bezahlten und zukunftsorientieren Beruf zu arbeiten.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Nur weil es nicht der typische 0815 Frauenberuf ist, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen diese Berufsrichtung einzuschlagen. Mit Engagement und Freude am Beruf kann man es weit bringen. Bestehen Zweifel, ob es das richtige für einen ist, kann man bei einem Praktikum oder einem Probetag etwas Berufsluft schnuppern und feststellen, ob ein MINT-Beruf in Frage kommt.

Eine Frau, die an einem Tisch sitzt und lächelt

Ingrid Fellinger

Geschäftsführende Gesellschafterin der iVON GMBH

Ein Beruf, der verschiedene Rollen in einer Person vereint, dass ist es, was Ingrid an ihrem Job so spannend findet und liebt. In ihrer Arbeit braucht sie sowohl wirtschaftliches als auch technisches Know-how, um Fragen von allen Seiten beantworten zu können.

Nach der HLW verschlug es Ingrid in ein Unternehmen, das auf Maschinenbau spezialisiert war. Ihr war es egal, dass es technisch war. Was sie faszinierte, war der internationale Austausch. Heute leitet sie selbst ein technisches Unternehmen, das mittlerweile in mehreren Ländern vertreten ist.

Wie sie sich ihr Unternehmen aufgebaut hat, wer sie dabei unterstützt hat, welche Hürden es gab und welche Tipps sie für die Selbständigkeit hat, hört ihr in unserem Gespräch mit ihr.

Beruf

Geschäftsführende Gesellschafterin der iVON GMBH

Hobbies

Pferde, Lesen, Nähen

Was bedeutet MINT für dich?

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik per Definition. Ich sehe ein großes Feld an Aufgaben und Möglichkeiten das persönliche Potential auszuschöpfen, vor allem auch für Frauen.

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Ich hatte Angst im Maschinenbau als typsche Männerdomäne nicht ernst genommen zu werden. Das obwohl ich keine Technikerin bin und auch jetzt nicht als Technikerin arbeite. Dazu kam das was mich eigentlich interessiert hat: Das internationale Geschäft, wo auch kulturelle Faktoren eine große Rolle spielen.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert?

Ich war 19 als ich nach der Matura in einem Maschinenbaubetrieb zu arbeiten begonnen habe. Ein etabliertes und international tätiges Unternehmen mit einem hohen Anteil an männlichen Mitarbeitern.

Angezogen hat mich das internationale Geschäft – dass dies im Technikbereich war, habe ich eigentlich nicht als Grund für meine Bewerbung dort gesehen. Ich habe aber gut Fuß fassen können: Am Anfang war ich Teil des Vertriebsteams und in dieser Funktion auch im Ausland auf Messen und im lokalen Büro des Unternehmens in Asien tätig.

Dann habe ich in die Finanz- und Exportabteilung gewechselt. Techniker war und werde ich nie sein, aber das macht nichts. Es braucht auch die anderen Funktionen in einem Unternehmen.

Probleme gab es anfangs mit der Tatsache, dass ich eben komplett neu war in dem, was ich tat und eine gewisse Ausgrenzung bzw. das glass ceiling habe ich auch später noch erfahren. Ich bin aber der Meinung, dass es diese Dinge in ziemlich jeder Branche gibt. Das hat nichts mit dem MINT-Bereich per se zu tun, sondern ist leider kulturell zu betrachten.

Heute finde ich es manchmal nach wie vor als Herausforderung als Nicht-Techniker in diesem Bereich zu arbeiten, da es gewissen Kommunikationshemmnisse gibt.

Diese kommen aber meiner Meinung nach von der Natur bzw. dem Ziel der unterschiedlichen in einen Betrieb bzw. einen Markt involvierten Bereiche / Abteilungen: Die Technik hat ein anderes Ziel (Technik getrieben) als z.B. der Verkauf (Markt getrieben) als z.B. der Einkauf/Logistik (Logistik und Teilevielfalt im Fokus), etc.

Das schlägt sich in der Kommunikation nieder: Die Technik spricht mit technischem Vokabular über Entwicklungen. Der Verkauf ist konzentriert auf Umsätze und Verkaufszahlen und spricht auch in diesen Größen. Die Logistik interessiert und spricht über die Verfügbarkeit der Waren und Dienstleistungen, der Lagerumschlag, etc.

Unterschiedlicher Fokus und unterschiedliches Vokabular führen zu einer komplizierteren Kommunikation. Wenn man dann auf Genderbasis von Haus aus einen niedrigeren Stellenwert mitbringt und mit der damaligen Jugend verbunden, bringt gewisse kommunikative Hindernisse mit sich.

Tatsache ist jedoch, dass es alle braucht, damit der Betrieb oder der Markt funktioniert. Um von mir auszugehen: Ist ein Betrieb oder Markt auf Technik basierend, braucht diese Technik trotzdem einen Vertrieb, Logistik, Finanzmanagement, etc.

Wenn ich ein Beispiel nennen darf: Das beste Herz wird niemanden gesund erhalten, wenn die Leber oder die Nieren nicht funktionieren.

Ich fände grundsätzlich – egal welche Branche oder welchen Beruf man für sich erobern möchte – einen größeren Fokus auf gewaltfreie und wertschätzende Kommunikation und Konfliktlösung etc. bereits in den Kindergärten und Grundschulen wünschenswert, um gewisse Genderhürden für Mädchen und Frauen leichter überwindbar zu machen.

Das auch deshalb weil ich fest davon überzeugt bin, dass die Art und Weise wie wir lernen Dinge zu sagen und zu kommunizieren einen großen Einfluss auf unsere Werte und unser Weltbild haben. Auch das der Buben und Männer. Und wichtig ist mir die gleiche Berechtigung von Meinungen, egal wer sie äußert als Basis für einen Austausch und für gemeinsame Entwicklung.

Persönlicher Bezug zur Technik: Ich habe, da nie jemand Zeit hatte, immer selbst meine Fahrradreifen geklebt, mein Moped selbst serviciert und immer selbst z.B. in meiner ersten Wohnung gemacht vom Ausmalen, über Bodenlegen, über Möbel zusammenbauen, Dinge montieren. Ich hätte es selbst nicht geglaubt, aber ich war darin immer sehr geschickt und mache so etwas heute noch sehr gerne, wenn ich Zeit habe.

Technische Vorlieben: Dinge richten und vorher verstehen, wie sie funktionieren. Bsp.: Wie funktioniert eine Pumpe? Warum kann man mit Extrapolation Druckunterschiede in Messergebnisse verwandeln, etc. Aber das kommt jetzt mehr von meiner derzeitigen Arbeit.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Anfangs nicht wirklich. Es hieß: Ja sie arbeitet jetzt in einem Büro. Erst als ich Geschäftsführerin bei der iVON GMBH wurde und den Betrieb aufgebaut habe waren Reaktionen wie: Wirklich, DU leitest ein Mschinenbauunternehmen? Da gab es überraschte Gesichter und Reaktionen bis hin zur Ungläubigkeit.

Erste Wahl MINT: Nein, ich bin zufällig in den Technikbereich gestolpert, weil mich das internationale Geschäft gereizt hat.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich? 

Ich weiß jetzt nicht genau, worauf diese Frage abzielt, aber ich würde jetzt aus dem Bauch heraus antworten: Dass der MINT-Bereich im Prinzip so funktioniert wie andere Bereiche mit anderen Herausforderungen: Es gibt immer was zu lernen, die Augen muss man immer offenhalten, den Menschen muss man immer zuhören. Es gilt sich einzubringen und nicht aus falsch verstandenem Respekt oder aus anerzogener Scheu heraus den Rückzug anzutreten oder – noch schlimmer – es gar nicht erst zu versuchen.

Widerstand / Hindernisse:

Wie bereits beschrieben: Wertigkeit als Person/Frau im MINT-Bereich, eigene Scheu, fehlende Ausbildung, etc. Ich würde heute gegen jeden Unkenruf nach der Unterstufe eine HTL machen und mir Hilfe / Unter-stützung in den in der Pflichtschulzeit auf Basis der Wertung „Mädchen“ Fächern besorgen. Nicht falsch verstehen: Meine Schule, an der ich Matura gemacht habe, war schon recht und gut und hat mich auch weitergebracht, so wie das meiste an Wissen was man sich aneignet.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Weil der MINT-Bereich kein mythologisches und fest umzäuntes, unerreichbares Gebiet ist. Ich würde mir mehr Förderung speziell im Bildungsbereich für Mädchen und Frauen in diesem Zusammenhang wünschen. Dass die Barrieren abgebaut werden, die einfach ungerecht sind.

Als Beispiel möchte ich hier meine eigene Erfahrung mit Mathematik anführen: Anscheinend war es nicht so wichtig in Mathematik als Mädchen gefördert zu werden, weshalb ich auch immer dachte, dass ich das nicht kann. Meine Leistungen waren auch eher bescheiden damals. Bis ich begann Wirtschaftswissenschaften zu studieren und mich der gefürchteten Matheklausur im ersten Abschnitt gestellt habe.

Ich habe mir dann Nachhilfe genommen und plötzlich ging der Knopf auf. Ich habe eine sehr gute Prüfung gemacht. Das war mir aber nur möglich, weil ich die Förderung, die ich brauchte, selbst besorgt habe. Und jetzt ist Mathe eines meiner Steckenpferde, obwohl ich leider zu wenig Zeit dafür habe.

Heute lese ich mehr oder weniger hobbymäßig Mechatronik-Bücher.

Ja, ich möchte wirklich nochmal unterstreichen: Der MINT-Bereich und seine Branchen sind kein unerreichbares sagenumwobenes und für Frauen unantastbares Märchenland.

Im Gegenteil: Überall sind tüchtige und offene Menschen gefragt und wenn ein Mädchen oder eine Frau es machen will: Bitte mehr Förderung vom Start weg!

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Ich glaube daran, dass man im Leben vieles machen kann, wenn man nur will, bereit ist sich einzusetzen und Möglichkeiten hat sich bei Dingen, die nicht von Anfang an gleich sitzen, Hilfe und Unterstützung zu holen.

Ich hoffe, dass dieser anerzogene Abstand und die damit verbundene Scheu von Mädchen und Frauen vor dem MINT-Bereich abnimmt. Ich denke, dass es an jeder einzelnen von uns liegt sich mit Berufen im MINT-Bereich oder in damit verbundenen Berufen und Aufgaben auseinanderzusetzen, wenn man dies will. Ich rufe jede einzelne dazu auf, sich zu trauen. Nach dem Motto: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Arbeitsmarktentwicklung:

Die jetzige Situation am Arbeitsmarkt zeigt: Die üblichen Männerdomänen kommen jetzt schon nicht gut ohne uns Frauen aus. Fachkräftemangel ist in aller Munde. Und ich hoffe, dass wir die unnötigen und ungerechten Hürden zu dem, was augenscheinlich notwendig ist ohne Hinblick auf Geschlecht und in jedem Fall in gegenseitiger Augenhöhe abschaffen werden.

Für uns alle.

Ein Foto einer Frau, die in die Kamera lächelt

Johanna Rimböck

Prozessingenierin

Als Prozessingenieurin ist es Aufgabe von Johanna neue Prozesse zu entwickeln und zu optimieren. Dabei beschäftigt sie sich nicht nur mit der technischen Abwicklung, sondern koordiniert und organsiert auch Teams und steht laufend mit Kund*innen in Kontakt.

Johanna war schon als Kind technisch interessiert und nach wie vor ist Technik für sie Alltag. MINT bedeutet für sie eine Vielzahl an Möglichkeiten und Richtungen, die einem offen stehen und in denen man sich weiterentwickeln kann.

Im Interview sprechen wir mit ihr darüber, warum es wichtig ist an sich selbst zu glauben, sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen und manchen einfach mal auszuprobieren.

Ausbildung

Biotechnologie
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Beruf

Prozessingenieurin bei
EV Group

Hobbies

Lesen, Freunde treffen, mit meiner Familie etwas unternehmen

Was bedeutet MINT für dich?

MINT bedeutet für mich „wissen, nicht glauben“. Ich kann etwas prüfen, testen und beweisen oder auch widerlegen. Natürlich kann man über etwas auch unterschiedlicher Meinung sein, aber man kann es objektiv behandeln und diskutieren.

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Ich war nicht sicher, welcher Bereich für mich an passendsten ist und hatte Bedenken, ob ich auch die Studienrichtung gewählt hatte, die für mich am besten passt und mir die meisten Möglichkeiten bietet, was ich später machen möchte. Es gibt so viele verschiedene Ausbildungsrichtungen und Studiengänge, die z.T. sehr spezialisiert sind. Allerdings kann ich im Nachhinein sagen, dass der Studiengang natürlich wichtig ist, aber die Spezialisierung auf einen Bereich eigentlich erst danach passiert. Man hat mit einer technischen Ausbildung immer sehr viele Möglichkeiten in einer Vielzahl verschiedener Branchen und Bereiche.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? 

Vorurteile gegenüber Frauen in Ingenieurberufen habe ich leider schon im Studium kennengelernt. Aber das ist bei uns in Europa zum Glück selten. Aber man muss seinen eigenen Weg finden und letzendlich ist es meiner Erfahrung nach wichtiger, gut in seinem Beruf zu sein. Klar hatte und habe ich auch manchmal bei Kunden mit anfäglicher Skepsis zu kämpfen, aber das hat sich immer mit der Zeit gelegt, wenn ich mit Fachkenntnis überzeugen konnte.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Die haben mich dabei immer voll unterstützt und waren immer stolz darauf, auch wenn sie nicht wirklich wissen, was ich eigentlich beruflich mache 😊. Mein Mann ist sehr froh darüber, dass ich einen gut bezahlten technischen Beruf habe, denn dadurch können wir uns privat auch gut aufteilen. Wir arbeiten beide in Teilzeit und teilen Haushalt und Kinderbetreuung unter uns auf.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich? 

Mein größter Aha-Moment war eigentlich zu sehen, dass man mit einer guten technischen Ausbildung ganz viele verschiedene Möglichkeiten hat. Ich komme ursprüglich aus dem Bereich der Biotechnologie, habe dann aber zu EVG als Anlagenbauer im Halbleiterbereich in eine völlig andere Branche gewechselt. Dank meines Ingenieurstudiums als Basis war das möglich und und ich konnte mich schnell einarbeiten. Mit meiner Ausbildung und Berufserfahrnung könnte ich heute in vielen verschiedenen Branchen arbeiten.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Frauen haben oft einen anderen Denkansatz als Männer, andere Herangehensweisen. Das kann neue Möglichkeiten eröffnen und Brücken bauen. Mehr Frauen bedeuten für mich auch, dass sich die Arbeitswelt ändern wird, da sie sich an die Anforderungen für berufstätige Mütter anpassen muss. Ich glaube, Teilzeit, flexible Arbeitszeitmodelle und andere Führungsstile kommen zwangsläufig, je mehr Frauen in einem Betrieb erfolgreich tätig sind.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Nicht aufgeben! Lass dich nicht unterkriegen, auch wenn du manchmal vor Hindernissen stehst! Eine gute technische Ausbildung ist eine super Basis, dass man als Frau auch im späteren Leben unabhängig und beruflich erfolgreich sein kann. Technische Berufe sind meist gut bezahlt und die Arbeitsbedingungen sind gut. Das ist eine super Grundlage für die spätere Lebensplanung und finanzielle Unabhängigkeit!

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Anna Erner

Informatikkauffrau

Neue Herausforderungen, neue Systeme und keine Langeweile. Das gefällt Anna besonders an ihrer Arbeit als Informatikkauffrau, denn im IT-Bereich ist man immer auf dem aktuellen Stand und mit den neuesten Technologien vertraut.

Im Customer Support ist sie unter anderem die Anlaufstelle für administrative Aufgaben und für alle Kolleg*innen im Betrieb. Dabei beschäftigt sich Anna mit unterschiedlichen Berechtigungen und technischen Problemstellungen.

Was passiert, wenn technische Notfälle auftreten, wie Prozesse im Customer Support aussehen können und was sie an ihrem Job so spannend findet, erzählt uns Anna im Gespräch.

Beruf

Informatikkauffrau bei
EV Group

Hobbies

Freunde treffen, Städtereisen

Was bedeutet MINT für dich?

Spannende und interessante Berufe, stetiges Lernen, schnelle Entwicklung.

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Es könnte ein sehr männerlastiger Beruf sein. Aber Bedenken im neagtiven Sinne hatte ich eigentlich nie.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? 

Speziell in der IT/Technik-Welt gibt es stetig Veränderungen:

  • schnelles Umdenken
  • Offen sein für Veränderungen/Anpassungen
  • Zusammenhänge/Verknüpfungen mit anderen oder mehreren Systemen verstehen

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Mein Umfeld war von Anfang an positiv gestimmt und aufgeschlossen.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich? 

Aufgrund der technischen Möglichkeiten, die es bei EVG gibt, habe ich immer wieder meine  „Aha-Momente“.  😊

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Es ist ein abwechslungsreicher und spannender Beruf.
Klischees wie „…nur Männer bzw. Frauenberufe“ sind hartnäckig, aber nicht mehr zeitgemäß.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Keine Vorurteile zu haben! Offen für alle MINT-Berufe zu sein. Sich ausreichend zu informieren, um auch Berufen, die nicht auf den ersten Blick in Frage kommen, eine Chance zu geben.

Foto einer Frau mit langen Haaren

Alice König

PhD Studentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin

MINT erklärt die Welt. Dieser Meinung ist auch Alice, denn laut ihr hilft MINT dabei, die Welt besser zu verstehen.

Schon immer an Mathe, Biologie und Chemie interessiert, wurde sie durch Zufall auf die technische Ausbildung und den Studiengang Lebensmitteltechnologie und Ernährung aufmerksam. Mittlerweile schreibt sie an ihrer Doktorarbeit und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsteam zusammen mit vielen jungen Frauen. Dabei drehen sich viele ihrer Experimente und Versuche rund um das Thema Fermentierung.

Wie lange diese Experimente dauern können, was man alles beachten muss und was Koriander mit dem Alarmpheromon einer Stinkwanze zu tun hat, bespricht sie mit uns im Interview.

Ausbildung

Lebensmitteltechnologie und Ernährung
FH OÖ, Campus Wels

Beruf

PhD Studentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Exzellenzzentrum für Lebensmitteltechnologie und Ernährung an der FH OÖ, Campus Wels

Hobbies

Lesen, Kochen und Backen, kreativ sein (Zeichnen, Häkeln, etc.), in der Natur sein, Welser Turnverein

Was bedeutet MINT für dich?

Vielseitige, interessante und zukunftsorientierte Themengebiete

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Vor Beginn des Studiums der Lebensmitteltechnologie und Ernährung (LTE) war meine größte Sorge, dass ich nicht genug Vorwissen habe und mich daher mit den technischen Fächern sehr schwer tun würde.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? 

Während meines Studiums war es zum Beispiel schwer für mich, mir nicht selbst zu viel Leistungsdruck zu machen und meine hohen Erwartungen herunterzuschrauben. Ich musste erst lernen, dass ich auch Fehler machen darf und nicht alles alleine schaffen muss.

Später war auch der Umstieg vom Master ins Berufsleben (als wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Dissertantin) eine Herausforderung, da ich nun viel selbstständiger arbeiten und mich um mein eigenes Forschungsprojekt kümmern musste. Gerade als Dissertantin ist es nicht leicht, die große Menge an Forschungsarbeit, Prüfungen und Präsentationen zu meistern und trotzdem noch Zeit für sich selbst zu finden.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Sehr positiv. Meine Eltern hätten mich wahrscheinlich bei jedem Berufswunsch unterstützt.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich? 

Es gab so viele Aha-Momente, dass ich gar nicht sagen kann, welcher der größte war. Aber einer ist mir auf jeden Fall in Erinnerung geblieben: Der Grund, warum ich Koriander nicht ausstehen kann. Den Geruch und Geschmack von Korianderkraut finde ich einfach nur eklig, aber ich konnte nie sagen, woran er mich erinnert. Dann habe ich gelernt, dass ein Aromastoff in Korianderkraut, das Trans-2-decenal, auch ein Alarmpheromon von Stinkwanzen ist. Und dann war es mir klar: Ich verbinde den Geruch/ Geschmack von Koriander mit Stinkwanzen, deswegen kann ich Korianderkraut unmöglich essen.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Für unsere Zukunft spielen MINT-Fächer eine besonders wichtige Rolle, sei es die Digitalisierung, Mobilität, Wissenschaft oder neue Technologien für den Klimaschutz und die Energieerzeugung. Sich für einen MINT-Beruf zu entscheiden, bedeutet gleichzeitig die Zukunft mitgestalten zu wollen. Gerade deswegen ist es umso wichtiger, dass zahlreiche Frauen im MINT-Bereich vertreten sind. In welche Richtungen sich die Welt entwickelt, sollte nicht allein in den Händen der Männer liegen. Auch Frauen wollen aktiv an der Mitgestaltung der Zukunft teilnehmen und hier bietet ein MINT-Beruf tolle Zukunftschancen.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Die eigenen Fähigkeiten nicht zu unterschätzen und sich Herausforderungen zu stellen.

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Bianca Gruber

Head of Software Design QA

Von der HTL Matura über Softwaretechnikerin bis hin zum Head of Software Design – so lässt sich Biancas Weg in die MINT-Karriere beschreiben.

Dass man in einem MINT-Beruf nicht nur vor dem Bildschirm sitzt, wird im Gespräch mit Bianca schnell klar. Als Servicetechnikerin reiste sie in den ersten Jahre quer durch die Welt, reparierte und installierte Maschinen in Deutschland, Italien, Frankreich, Schweden, Amerika, Korea, Thailand und Singapur.

Im Interview spricht sie zudem darüber, wie sie auf die Idee gekommen ist, eine technische Ausbildung zu machen, welchen positiven Einfluss ihre Eltern dabei hatten, wie es war, in ihrem Umfeld auf Gegenwind und wenig Verständnis zu stoßen und was sie bestärkt hat, weiter zu machen.

Ausbildung

HTL

Beruf

Head of Software Design QA bei EV Group

Hobbies

Reisen, Lesen, Fotografieren

Was bedeutet MINT für dich?

Ich habe mich nie wirklich mit dem Thema befasst – es handelt sich im Endeffekt um die Zusammenfassung der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik… hat keine konkrete Bedeutung.

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Ob ich es schaffe, ich will mich aber hier nicht konkret auf den MINT-Bereich festlegen. Als ich damals die Entscheidung für die HTL getroffen habe, war generell die Unsicherheit da, ob ich überhaupt eine höhere Schule schaffen würde.

Ich hatte eine sehr gute Unterstützung meiner Eltern und das Wichtigste war damals für mich, einfach die Matura zu schaffen, denn wenn der Technik-Bereich nicht der richtige ist, stehen einem mit so einer Ausbildung trotzdem alle Möglichkeiten offen.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? 

In der 1. Klasse HTL gab es noch Lehrer mit der Einstellung „Frauen haben hier nichts zu suchen, die gehören hinter den Herd“. Das hat sich dann aber ziemlich schnell gebessert, da es 2003 dann eine größere Pensionswelle gab und die Stellen mit neuen/ jüngeren Lehrern nachbesetzt wurden, die eine andere Einstellung zu dem Thema hatten.

In der Berufswelt musste ich mich anfangs auch „beweisen“, dazumals waren wir nur zwei Servicetechnikerinnen und Frauen in diesem Bereich allgemein noch nicht so bekannt. Die Kollegen haben aber schnell festgestellt, dass wir genauso die Arbeit erledigen können, somit hat sich das „Problem“ über die Jahre erledigt.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Meine Familie hat mich von Anfang an unterstützt (meine Eltern haben mich sehr gefördert, dass ich den Weg in die Technik einschlage), andere Familienmitglieder (Großeltern) haben es nicht so verstanden, sind aber jetzt stolz auf mich, da sie sehen, welchen Weg ich eingeschlagen habe. Hauptschulkollegen haben mich nur belächelt, wo sich am Ende rausgestellt hat, dass sie nur neidisch waren, dass ich die Möglichkeit hatte, diesen Weg einzuschlagen. Heute entschuldigen sie sich, wenn sie an die Zeit zurückdenken.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich? 

Wüsste nicht, wie ich diese Frage beantworten soll…

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Ich kann hierzu keine klare Aussage tätigen, es soll jeder den Beruf ergreifen, den er für richtig hält, für den er sich interessiert. Da ist es meiner Meinung nach egal, ob Frauen in der Technik oder Männer in „Frauenberufen“ sind.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Man braucht überhaupt keine Angst zu haben, das Wichtigste ist, dass einen der Job interessiert und man lernwillig ist!

Foto einer Frau mit langen Haaren

Lisa Wazinger

Studentin Bio- und Umwelttechnik

Als Studierende im zweiten Semester des Masters Bio- und Umwelttechnik ist Lisa begeistert vom breit gefächertem und vernetzten Wissen, das im Studium vermittelt wird. Da neben der Theorie bekanntlich auch die Praxis relevant ist,  gefällt ihr der starke Praxisbezug durch Projekte, Laborübungen und Praktika zudem besonders gut.

Ihr Praktikum macht sie aktuell an einer Forschungseinrichtung der JKU und forscht hierbei an der Fermentation eines Bakteriums.

 

Ausbildung

Bio- und Umwelttechnik
FH OÖ, Campus Wels

Beruf

Studentin an der FH OÖ

Hobbies

Lesen, Bierbrauen, Gartenarbeit, …

Was bedeutet MINT für dich?

MINT ist für mich der zusammenfassende Begriff für alles, was mit Technik und Naturwissenschaft zu tun hat. Für mich beschränkt sich dieser Begriff aber nicht nur auf den Ausbildungs- und Berufssektor, sondern stellt auch einen wesentlichen Bereich in unserem alltäglichen Leben dar, da wir alle stetig auch im Alltag mit diesen Themen konfrontiert sind.

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Bei der Entscheidung für ein technisches Studium hatte ich schon einige Gedanken und Fragen im Hinterkopf. Natürlich weiß man zum Beispiel, dass man als Frau in einem technischen Studiengang sehr wahrscheinlich eher in der Minderheit sein wird, was mich persönlich schon etwas verunsichert hat. Da ich vor dem Studium eine AHS gemacht habe, und somit nicht wirklich eine technische Vorbildung hatte, hatte ich auch immer wieder Zweifel, ob ich genug technisches Verständnis für ein solches Studium aufbringe. Und natürlich denkt man dann auch schon an die Zukunft nach dem Studium und stellt sich zum Beispiel die Frage, ob man davon ausgehen kann, dass man als Frau in diesem Bereich dann auch ernstgenommen wird.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? 

Zu dieser Frage kann ich glücklicherweise sagen, dass sich für mich bisher keiner der Bedenken, die ich vor dem Studium hatte, bestätigt hat. Wir Frauen sind zwar in unserem Studiengang schon etwas in der Unterzahl, ich hatte aber mit einem viel unausgeglicheneren Verhältnis gerechnet und muss ganz grundsätzlich sagen, dass ich mich nicht mit großen anderen Herausforderungen konfrontiert sehe wie jede/jeder andere Studierende auch. Es gibt natürlich mal Themen im Studium, die einem nicht so liegen, oder wo man länger braucht, um sie zu verstehen, oder auch manchmal die ein oder andere Situation, wo man sich persönlich nicht so ernstgenommen fühlt, oder manchmal vielleicht sogar ungerecht behandelt, aber ich denke, das sind Dinge, mit denen wir alle uns in allen möglichen Bereichen des Lebens immer wieder mal konfrontiert sehen.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Hinsichtlich meines privaten Umfelds kann ich mich sehr glücklich schätzen und durfte stets auf die bedingungslose Unterstützung von allen Seiten zählen.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT-Bereich?

Ich denke, ich kann hier nicht wirklich den einen großen Aha-Moment nennen. Eigentlich ist es viel eher so, dass ich im Zuge meines Studiums laufend solche Momente erlebe. Ich persönlich finde es besonders im Bereich der Naturwissenschaften spannend, dass man laufend Neues lernt, wodurch man sich oft ganz alltägliche Dinge, die einem zuvor ganz selbstverständlich erschienen, erklären kann.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Der MINT-Bereich ist meiner Meinung nach ein sehr bedeutender und sich stetig weiterentwickelnder Ausbildungs- und Berufsbereich, der sicher auch in Zukunft nicht an Bedeutung verlieren wird, sondern in unserer Gesellschaft viel eher immer wichtiger wird. Ich glaube, dass es in diesem Bereich sehr viele sehr hochwertige Ausbildungsplätze und auch gut bezahlte Jobs gibt, welche nicht nur Männern vorbehalten sein sollten. Ich bin überzeugt, dass der Grund, warum immer noch viel weniger Frauen als Männer im MINT-Bereich tätig sind, nicht der ist, dass wir etwa weniger Kompetenzen in diesem Bereich hätten, sondern viel eher der, dass die geschlechterspezifischen Stereotypen noch zu sehr in unseren Köpfen verankert sind und es für uns oft einfach noch zu wenig normal ist, dass eine Frau genauso einen technischen Beruf ergreifen kann wie ein Mann. Für mich trägt daher jede Frau, die sich trotzdem in diesen Bereich vorwagt, ein Stück mehr dazu bei, dass Frauen in der Technik einfach Normalität werden und geschlechterspezifische Vorurteile und Bedenken zunehmend zurückgedrängt werden.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Ich denke, warum wir Frauen uns oft gegen den technischen Bereich entscheiden, hängt stark damit zusammen, dass wir uns meistens viel zu häufig die Frage stellen, ob wir für etwas gut genug sind und ob wir das auch können, anstatt uns in erster Linie zu fragen, was wir wollen und was uns interessiert. Auch ich habe solche Bedenken vor meiner Studienwahl gehabt, aber im Laufe meiner Ausbildung habe ich immer wieder festgestellt, dass Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten Dinge sind, die erlernt werden können und müssen und das fällt vielleicht manchen schwerer und manchen leichter. Interesse, Freude und Leidenschaft für ein Thema aber können wir weder erlernen, noch erzwingen und darum möchte ich jedem Mädchen und jeder Frau, die sich für den MINT-Bereich interessiert, nahelegen, sich nicht von eigenen Bedenken abschrecken zu lassen, sondern den Schritt in die Technik einfach zu versuchen.

Foto Tamara Haberleitner bei der Arbeit

Tamara Haberleitner

Elektronikerin, Prüfgerätentwicklerin, Lehrlingsausbildnerin

„Mit Handwerk kann man kein Geld verdienen.“ Trotz dieser Anmerkung hat sich Tamara für den Beruf der Elektronikerin entschieden und ist vor allem von der Kreativität und Präzision, die ihre Arbeit erfordert, begeistert. Zudem fühlt sie sich, laut eigener Aussage, in ihrem Beruf unter „Nerds“ auch sehr wohl, da sie nicht nur berufliche, sondern auch private Interessen mit ihren Kolleg*innen teilt.

Im Interview spricht sie zudem über ihren größten Aha-Moment, wie dieser ihr Selbstbewusstsein stärkte sowie über Freundschaften für’s Leben, die sie in ihrer Ausbildung knüpfte. Mittlerweile bildet Tamara auch selbst viele Mädchen aus und ist Lehrlingsausbildnerin mit Leidenschaft.

Ausbildung

zur Elektrotechnikerin bei KEBA

Beruf

Elektronikerin, Prüfgerätentwicklerin und Lehrlingsausbildnerin bei KEBA

Hobbies

Sport und Basteln –  Hobbyhandwerkerin aus Leidenschaft

Was bedeutet MINT für dich?

Bevor ich dieses Interview hatte, war „MINT“ für mich eine pastellgrüne Farbe.

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Ich hatte die typischen Bedenken und Ängste, die man vor so einer Lebensveränderung hat. Werde ich mit meinen Kollegen gut auskommen? Wie wird es mir in der Berufsschule ergehen, usw.? Es überwog aber klar die Freude, eine Lehrstelle gefunden zu haben und die Vorfreude auf alles Neue, was kommen würde.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? 

Das Berufsleben birgt sehr viele Herausforderungen, die in der Schulausbildung kaum gelehrt werden.
Während der Schulzeit wird einem alles vorgegeben. Viel Platz für Eigenständigkeit und Individualität ist nicht vorhanden. Jeder lernt alles und vergisst es auch wieder.

Im Berufsleben ist meiner Meinung nach Individualität wieder erwünscht, denn man braucht nicht lauter gleiche „Schafe“, sondern das eine Talent. Die meisten Herausforderungen haben mit dem „Erwachsenwerden“ zu tun, so wird man im Laufe der erfolgreichen beruflichen Karriere zusehends selbständiger, eigenständiger und selbstbewusster. Plötzlich soll man auf eigenen Füßen stehen und ein vollwertiges Mitglied der Gessellschaft bzw. der Kollegschaft sein. Ich denke, es war und ist die größte Herausforderung, seinen Platz in einer Gesellschaft bzw. in der Arbeitswelt zu finden und eine Bereicherung für diese, aber letzendlich vor allem für sich selbst zu sein.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Meine Familie und Freunde haben sich nach Abbruch der Oberstufe sehr gefreut, dass ich eine Lehrstelle gefunden habe.

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT Bereich? 

Ich hatte das Gefühl, dass mein Ausbilder mir etwas zutraut. Das hat mich sehr darin bestärkt, mehr an mich selbst zu glauben, mir mehr zuzutrauen und weniger an mir zu zweifeln.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Das weiß ich leider nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, warum gerade mehr Frauen in einem dieser Bereiche arbeiten sollen. Für mich steht das Interesse und die Begabung dazu im Vordergrund, so freue ich mich über männliche sowie weibliche Kollegen gleichermaßen.

Für mich hat diese Entscheidung gut gepasst, da ich hier meiner Stärken ausbauen konnte und für diese geschätzt werde. So können auch Frauen außerhalb der MINT-Berufe ihre Stärken haben und ihre Karriereziele erfolgreich erreichen.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Macht das, was IHR wollt! Findet eure Berufung und nicht einfach nur einen Beruf! Egal, ob als Frisörin oder Informatikerin! Nur was man gern macht, macht man gut!

Foto einer Frau, die in die Kamera lächelt

Vanessa Probst

Digitale Werkzeugbautechnikerin

Digitale Werkzeugbautechnikerin

Als Frau in der Technik und stolz darauf – so sollte es sein. In der Schule war Vanessa interessiert an Mathe und erkannte schon in der HAK, dass sie sich sehr für Technik und handwerkliche Tätigkeiten begeisterte. Das Schnuppern in der Technikbranche hat ihr Interesse, eine technische Ausbildung zu starten, dann auch noch bestärkt.

Trotz Druck und Zweifel aus dem Freundeskreis hielt sie an ihrer Entscheidung fest und begann mit der Lehre zur digitalen Werkzeugbautechnikerin.

Wie sie mit dem Gegenwind aus dem Freundeskreis umgegangen ist, was ihr an ihrer Arbeit gefällt, worauf sie besonders stolz ist und wie sie sich ihre Karriere vorstellt, darüber sprechen wir gemeinsam im Interview.

Ausbildung / Beruf

Lehre zur Digitalen Werkzeugbautechnikerin

Beruf

Digitale Werkzeugbautechnikerin bei Starlim-Sterner

Hobbies

Tanzen

Was bedeutet MINT für dich?

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (alles sehr interesssante Bereiche)

Welche Bedenken hast/hattest du dabei dich für eine MINT-Richtung zu entscheiden? 

Ich hatte Bedenken, ob ich meine Ausbildung schaffe.

Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? 

Es gibt eine Menge zu lernen.

Wie hat dein (privates) Umfeld auf deine Entscheidung reagiert?

Meine Eltern sehr positiv und stolz, Freunde eher negativ: „Du bist eine Frau! Das ist ein Männerberuf!“

Was war dein größter „Aha-Moment“ im MINT Bereich? 

Dass ich viele technische Sachen schon gekonnt oder gleich verstanden habe.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Weil wir Frauen das genauso gut können.

Was möchtest du den Mädchen/Frauen noch mit auf den Weg geben?

Wir können das auch!